Sonderausstellung im Archäologischen Museum
Erdställe - rätselhafte unterirdische Anlagen
in Kelheim im Naturpark Altmühltal
30. März bis 4. November 2012
Die Ausstellung ist ein Projekt des Arbeitskreises für Erdstallforschung und des Archäologischen Museums der Stadt Kelheim.
Erdställe, (Namensableitung von "Stelle unter der Erde" oder "Stollen") sind von Menschenhand angelegte unterirdische Anlagen mit labyrinthartigem Charakter, die im bayerischen Volksmund häufig auch als "Schratzellöcher" (Schratzel = Zwerge) bezeichnet werden. Diese mysteriösen Anlagen gehören zu den letzten großen Rätseln Mitteleuropas, da ihre Funktion bis heute nicht geklärt ist.
Sie bestehen aus extrem niedrigen spitz- oder rundbogigen Gängen, die niemals nur in eine Richtung verlaufen, sondern meist winkelig in andere Richtungen oder auf andere Ebenen abbiegen und aus etwas höheren Kammern, die ein aufrechtes Stehen ermöglichen. Überwiegend runde, vertikal oder horizontal angelegte Engstellen von nicht selten weniger als 40 cm Durchmesser, so genannte Schlupflöcher, verbinden die Gänge und Kammern miteinander.
Erdställe gibt es in mehreren europäischen Ländern, wobei die Hauptverbreitungsgebiete in Bayern, Österreich, Frankreich und Irland liegen. Allein in Bayern sind über 700 derartige Anlagen bekannt.
Sie befinden sich unter bäuerlichen Siedlungsplätzen, Kirchen und Friedhöfen und werden meist bei Bauarbeiten an alten Gebäuden oder beim Straßen und Kanalbau entdeckt.
Die Zeitstellung der Erdställe ist vermutlich mittelalterlich (etwa 10. - 12. Jahrhundert), eine eindeutige Datierung der fundleeren Anlagen ist allerdings nach wie vor problematisch.
Öffnungszeiten:
April bis Oktober (Montags geschlossen) von 10.00 bis 17.00 Uhr
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Archäologisches Museum der Stadt Kelheim |
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Zuletzt aktualisiert am 30.04.2012 von Bernhard Steibl