Archäologisches Museum
der Stadt Kelheim im Naturpark Altmühltal
Jagd und Jagdmagie
Grundlage der Ernährung des Altsteinzeit-Menschen bildeten die durch Jagd erlegten Tiere. Außer Nahrung lieferte die Jagdbeute Rohmaterial für Bekleidung, Behälter, Schutzdächer und Zelte. Daneben sammelte er für seinen Lebensunterhalt was ihm die Natur bot: Fruchte, Beeren, Wurzeln, Samen und Kräuter.
Die Klimaschwankungen der Eiszeit veränderten Vegetation und Wildbestand. Die Jagdmethoden mußten ständig den neuen Gegebenheiten angepaßt werden. Große Dickhäuter erforderten ganz andere Techniken (Angriffsjagd mit hölzernen Stoßspeeren, Fangjagd mit Fallgruben) als kleinere und flüchtige Tierarten wie z. B. Rentiere (Treibjagd mit Fackeln und Steppenbränden, Jagd mit Pfeil und Bogen sowie Wurfspeeren).
Mit dem Ende der Eiszeit (9. Jahrtausend v. Chr.) und dem Abschmelzen des Eises starben die meisten Großtiere aus. Elch, Rentier, Eisfuchs und die kälteliebenden Kleintiere zogen sich in nördlichere Gebiete zurück. Der Mensch der Mittelsteinzeit stellte sich durch Weiterentwicklung der Fernwaffen (winzige Steineinsätze in Geschoßspitzen und Harpunen) auf die schnellen und weniger ergiebigen Wildtiere wie Hirsch, Reh und Wildschwein ein.
Obwohl die Menschen der älteren und mittleren Altsteinzeit Mammute, Nashörner, Rentiere und Wisente beobachteten, verfolgten und erlegten, war erst der "Jetzt-Mensch" (vor etwa 35.000 Jahren) der jüngeren Altsteinzeit in seiner Bewußtseinsentwicklung soweit, die Umwelt bildnerisch umzusetzen. In Südwesteuropa wurden viele Höhlen mit Tierbildern von höchstem künstlerischen Niveau ausgemalt.
Ob die Darstellungen von Tieren im Sinne einer Jagdmagie aufzufassen sind, mit der die Jagdbeute beschworen wurde, oder ob es sich um "Heilige Tiere" handelt, läßt sich nicht entscheiden. Sie dürften jedoch ebenso in den kultischen Bereich gehören wie bestimmte geometrische Zeichen, z. B. Punktreihen auf Figuren oder auf Kalksteinplatten (Obere Klausenhöhle).
Öffnungszeiten:
1.April bis 31.Oktober (Montags geschlossen) von 10.00 bis 17.00 Uhr
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Zuletzt aktualisiert am 18.09.2011 von Bernhard Steibl