Bauern- und Wetterregeln

aus Bayern



Durch sorgfältige Beobachtungen des Wettergeschehens über viele Jahrzehnte hinweg enstanden nach und nach die Bauern- und Wetterregeln.


Januar  
Nebel im Januar macht nasses Frühjahr
ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rauh
ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß
wenn der Frost im Januar nicht kommen will, so kommt er im März oder April
Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken
2. wie der Basillus, so der September
6. ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch keiner mehr dahinter
ist Dreikönig hell und klar, gibts viel Wein in diesem Jahr
Dreikönig ohne Eis, Pankraz (12.5.) weiß
10. an Amalie Sonnenschein, bringt viel Korn und Weizen ein
17. wenn an Antoni die Luft ist klar, gibt es ein trockenes Jahr
20. um Fabian und Sebastian, fängt schon der Saft zu gehen an
Fabian und Sebastian, fängt der rechte Winter an
21. wenn Agnes und Vinznez (22.) kommen, wird neuer Saft im Baum vernommen
22. Vinzenz Sonnenschein bringt viel Korn und Wein
watet Vinzenz im Schnee, gibts viel Heu und Klee
25. Heute klar - ein gutes Jahr
heute Regen, schlechter Segen
ist Pauli Bekehrung hell und klar, so hofft man auf ein gutes Jahr
30.  bringt Martina Sonnenschein, hofft man auf viel Korn und Wein

Februar  
wanns im Februar ned friad und schneid, na kimmd da Frost zua Osterzeid
der Februar muß stürmen und blasen, soll das Vieh im Lenze grasen
Mucken die im Februar summen, oft auf lange Zeit verstummen
wenn die Februarsonne den Dachs nicht weckt, schläft er im April noch fest
Nebel im Februar, bringt Regen oft im Jahr
istīs im Februar kalt und trocken, so wirdīs im August heiß
je nasser ist der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr
im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß
wennīs der Februar gnädig macht, bringt der Lenz den Frost bei Nacht
hüpfen Eichhörnchen und Finken, siehst du schon den Frühling winken
2. Lichtmeß hell und rein, wird ein langer Winter sein
Lichtmeß trüb, ist dem Bauern lieb
der Lichtmeß-Sonnenschein, bringt großen Schnee herein
istīs Lichtmeß licht, geht der Winter nicht
Lichtmeß im Klee, Palmsonntag im Schnee
weiße Lichtmeß - grüne Ostern
wennīs an Lichtmeß stürmt und schneit, ist der Frühling nicht weit
5. St. Agatha, die Gottesbraut, macht daß Schnee und Eis gern taut
6. Dorothe viel Schnee - Sommer guten Klee
9. Apollonia feucht - Winter spät entfleucht
12. Eulalla Sonnenschein bringt viel Obst und Wein
22. ist an Petri Stuhlfest kalt, hat der Winter langen halt
24. Mattheis brichts Eis, had a koans macht a aons
wenn Mattheis kommt herbei, legt die Henne das erste Ei
28. Romanus hell und klar, bedeutet ein gutes Jahr

März  
Märznebel bringt keine Not, aber Aprilnebel nimmt Wein und Brot
Maulwurfshaufen im März zerstreut, lohnt sich wohl die Erntezeit
Märzenschnee tut den Saaten weh
1. Albin Regen, kein Erntesegen
3. Donner um Kunigund, treibts der Winter bunt
Kunigund, macht es warm von unt
7. Perpetua kalt, Winter lang
10. so wie heut, bleibts vierzig Tag - 40 Ritter kalter Wind, noch 40 Tage windig sind
11. Gregori zeigt dem Bauern an, ob im Feld er sähen kann
12. wenn Gregorius sich stellt, muß der Bauer aufs Feld
weht an Gregorius der Wind, noch 40 Tage windig sind
15. Lukretia feucht, bleiben die Kornsäcke leicht
17. Gertraud den Garten baut
ist St. Gertrud sonnig, so wirdīs dem Gärtner wonnig
an Gertraud läuft die Maus raus
Gertrud tauts Eis auf
19. Josephi klar, ein gutes Jahr
20. Frühlingsanfang
21. St. Benedikt, macht Zwiebeln dick
23. Schnee am Palmsonntag, Schnee auf den Ähren
25. Heute klar, ein gutes Jahr
ist marien schön und rein, wird das Frühjahr fruchtbar sein
27. wie Ruperti, so der Juni
29. wie da Eustas, so da Langs
30. wia da Quirin, so da Summa
31. wia da Achaz, so da Hirgschd !

April  
wenn der April stößt rauh ins Horn, so steht es gut um Heu und Korn
wenn der April Spetakel macht, gibtīs Heu und Korn in voller Pracht
April windig und trocken, läßt das Wachstum stocken
bläst der April mit beiden Backen, gibtīs genug zu jäten und hacken
8. Walter naß, Sommer dürr
23. Georgi spat oda fruh, bringt greane Schuah
ist Georgi mild und schö, wird man bald schlecht Wetter sehn
25. ist vor Markus warm, frierts hernach bis in den Darm

Mai  
ist der Mai feucht und kühl, gibt es Frucht und Futter viel
steckst den Kartoffel im April, kommt er wann er will, steckst ihn im Mai, kommt er glei
trockener Mai - Wehgeschrei, feuchter Mai - bringt Glück herbei
mitte Mai ist der Winter vorbei
4. der Florian noch schneien kann
8. da Auffahrtstag laßt Bremsen aus
12. Pankraz (1. Eisheiliger)
13. Servaz (2. Eisheiliger)
14. Bonifaz (3. Eisheiliger)
15. kalte Sophie
25. Wetter an Urban, hält 20 Tage an
Wetter an St. Urban, zeigt des Herbstes Wetter an

Juni  
was im Juni nicht wächst, gehört in den Ofen
1. Justin klar, gutes Jahr
8. Regnets an St Metard, regnets 40 Tag
11. St. Barnabas nimmer die Sichel vergaß, hat den längsten Tag und das längste Gras
12. Fortunat klar, gutes Jahr
14. Schafskälte
15. St. Veit ändert die Zeit, alles geht auf die andre Seit
nach St Veit ist Fliegenzeit
16. wer auf Benno baut, kriegt auch viel Kraut
21. Sommeranfang
24. Sommersonnwende
Regen am Johannitag, gibt viel Köner in den Sack
27. heute Regen, 7 Wochen Regen
29. Peter und Paul klar, bringt ein gutes Jahr

Juli  
wenn der Juli fängt zu tröpfeln an, wird man lange Regen ham
Juliregen nimmt Erntesegen
wie der Juli so der nächste Januar
bringt der Juli heiße Glut, so gerät der September gut
ist im Juli das Land reich, so ist das Wasser arm
baut die Ameis' im Juli groß den Hauf, folgt ein strenger Winter drauf
schnappt im Juli das Weidevieh nach Luft, riecht es schon Gewitterluft
noch nie ward der Bauer arm, war's im Juli feucht und warm
wenn im Juli die Immen noch bau'n, kannst du dich nach Holz und Torf umschau'n
im Juli recht viel Sonnenschein, wird jedem Bauern willkommen sein
donnert's viel im Julius, gibt's später noch manchen Regenguß
was Juli und August nicht kochen taten, das läßt der September ungebraten
2. wenns Maria naß übers Gebirge geht, kommt sie im Regen (15.8) wieder
fällt Regen um Mariä Heimsuchungstag, zehn Tage lang es währen mag
8. an St. Kilian, sähe Wicken und Rüben an
10. sind die sieben Brüder naß, regnets ohne Unterlaß
ist Siebenbrüder ein Regentag, so regnet's noch sieben Wochen danach
20. St. Margareth Regen, 30 Tage Regen
die erste Birn bringt Margaret, drauf überall die Ernt angeht
22. Hundstag Anfang
25. Jakobi trocken, Winter hart
St. Jakobi klar und rein, wird das Christfest frostig sein
26. ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei

August  
was die Hundstage gießen, muß die Traube büßen
fängt der August mit Hitze an, bleibt auch sehr lang die Schlittenbahn
1. Portlunkulawoche heiß, Winter lang und weiß
7. St. Afra im Regen, kommt dem Bauern ungelegen
10. Laurenzi schön, Herbst schön
kommt Laurenzi her, wächst das Holz nicht mehr
Laurenzi kommt in finstrer Nacht, ganz sicher mit Sternschnuppenpracht
13. Wetter an St. Kassian, hält mehrere Tage an
16. wenn St. Rochus trübe schaut, kommt die Raupe in das Kraut
24. Hundstag Ende
St. Barthl schön, Herbst schön
Gewitter, die nach Bartholomäi kommen, werden nicht heftig
28. an Augustin, ziehn die Wetter hin
29. wennīs am Tag Johanni Enthauptung regnet, verderben die Nüsse
31. St. Raimund treibt die Wetter aus

September  
an schönen Herbst und gelinden Winter glaubt, werden die Bäume schon im September entlaubt
wenn die Grille im September singt, so wird das Korn billig
warmer und trockener Septembermond, mit freifen Früchten reichlich lohnt
ist der September lind, ist der Winter ein Kind
Septemberwetter warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr
wenn der September Gewitter macht, fällt tiefer Schnee um Weihnacht
im September kommt der Regen wohl dem Bauern stets gelegen, doch wenn er den Winzer trifft, ist er grad so gut wie Gift
Septembersaat gibt dicke Mahd
wenn der September noch donnern kann, setzen die Bäume viel Blüte an
1. das Wetter an Ägidius, 30 Tage bleiben muß
7. Regina warm und wonnig, bleibt das Wetter lange sonnig
8. Wetter an kloan Frauentag, 8 Wochen bleiben mag
15. St. Ludmilla bringt gern Wind und Regen
18. St. Lantpert klar und rein, wird das Frühjahr trocken sein
Laperti nimm d Erdäpfel raus, doch breit ihr Kraut am Felde aus, der Boden will für seine Gaben, doch ihr Gerippe wieder haben
21. wies Matthäus treibt, es vier Wochen bleibt
22. zeigt sich klar Mauritius, viele Stürm er bringen muß
23. Herbstanfang
29. wenn es vor Michaelis drei oder vier Tage friert, so friert es auch drei oder vier Tage nach dem ersten Mai
auf nassen Michaelitag, nasser Herbst folgen mag
fallen die Eicheln vor Michaelis ab, gehts mit der Wärme schnell bergab

Oktober  
wenn rauh und dick des Hasen Fell, dann schaufle Holz und Kohlen schnell
hält der Oktober das Laub, wirbelt zu Weihnachten Staub
nichts kann mehr vor Raupen schützen, als im Oktober Eis auf Pfützen
wenn Bucheckern geraten wohl, Nuß- und Eichbaum hängen voll, so folgt ein harter Winter drauf und fällt Schnee mit großem Hauf
9. Donisl naß, Winter naß
13. "Hl. Koloman, schick mir einen braven Mann"
16. St. Gallus trocken, nächster Sommer trocken
St. Gallus läßt den Schnee fallen, treibt die Kuh in den Stall und den Apfel in den Sack
18. an St Lukas soll das Korn gesät sein
21. Ursula beginn, zeigt auf den Winter hin
25. zu Krispin werden die Fliegen hin
28. Simon und Judä, hängen an die Stauden Schnee
Simon und Judas, fegt das Laub in die Gass
31. Wolfgang Regen, nächstes Jahr voll Segen

November  
im November Mist fahren, soll das Feld vor Mäusen bewahren
im Novemba is hindara jädn Schdaudn an andas Weda
der rechte Bauer weiß es wohl, daß man im November wässern soll
11. St. Martin weiß, Winter lang und kalt
19. St. Elisabeth zeigt an, was der Winter für ein Mann
21. Mariä Opferung klar und hell, gibtīs im Winter Wolfsgebell
25. so wie der Tag ist zu Kathrein, so wird der nächste Januar sein
30. St. Andreas Schnee, tut dem Korne weh

Dezember  
Dezember lind, der Winter ein Kind
viel Wind und Nebel in Dezembertagen, schlechter Frühling und schlechtes Jahr ansagen
ist Dezember mit viel Regen, bringtīs nächste Jahr kein Segen
viel Regen, wenig Schnee. tut Äckern und Bäumen weh
4. Barbara in Grünen, Christkind im Schnee
Zweige schneiden zu St. Barbara - Blüten sind bis Weihnachten da
6. St. Nikolaus spült die Ufer aus
17. St. Lazarus nackt und bar, macht einen linden Februar
21. Winteranfang
25. sitzt die Krähe zu Weihnacht im Schnee, sitzt sie Ostern dafür im Klee
heute Sturm viel Obst im neuen Jahr
31. ein warmer Silvester, ist nicht unser Bester


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Zuletzt aktualisiert am 30.04.2012 von Bernhard Steibl