Waldlehrpfad "Auwäldchen"

in Eichstätt im Naturpark Altmühltal



Rote Waldameise (Formica rufa)

Körperlänge der Königin 9-11 mm, der Arbeiterin 4-9 mm und des Männchens ebenfalls 9-11 mm. Oberseite des Kopfes, vordere Rückenfläche des Thorax, Hinterleib und größter Teil der Beine schwarzbraun, ansonsten rot gefärbt. Kopfunterseite, Thoraxrücken und Außenkante der Schuppe mit einzelnen, langen Haaren.


Lebensraum: Meist in leicht beschattetem Gelände, vor allem an Waldrändern, auch in nicht zu dichten Wäldern, besonders Nadelwäldern.

Verbreitung: In Mitteleuropa weitverbreitet und in den meisten Gegenden recht häufig.Rote Waldameise in Eichstätt im Altmühltal

Lebensweise: Die Rote Waldameise gehört durch ihre auffallenden Kuppelbauten zu den bekanntesten Ameisenarten; wegen ihrer anerkannten Nützlichkeit genießt sie, anders als die übrigen Ameisenarten, einen durchaus positiven Ruf. Die Nester werden meist an windgeschützten, sonnigen Stellen am Waldrand angelegt. Der sichtbare, obere Nestteil besteht oberflächlich vor allem aus Fichtennadeln und kann eine Höhe von über 1 m erreichen. Die Form schwankt aber in Abhängigkeit von der Beleuchtungsintensität. Je stärker der Lichteinfall, um so niedriger wird die Kuppel gebaut. Weiter im Innern besteht die Kuppel zunehmend aus Erde, in der zahlreiche Kammern angelegt sind. Der oberirdische Kuppelbau setzt sich unterirdisch in einem etwa gleichgroßen Erdnest fort. Im oberirdischen Teil befinden sich zahlreiche Nesteingänge, die nach Bedarf verschlossen werden können. Mit wechselnden Witterungsbedingungen tragen die Arbeiterinnen die Brut mehr in oberflächennahe, oberirdische oder in unterirdische Nestbereiche. Im Winter befindet sich das ganze Volk dicht gedrängt unter der Erdoberfläche.

Die Arbeiterinnen erbeuten vor allem Insekten und überwältigen dabei zu mehreren auch recht große Beutetiere. Hierdurch erweisen sie sich bei der Regulation von Forstschädlingen als außerordentlich hilfreich. Da sie keinen Giftstachel besitzen, setzen sich die Arbeiterinnen gegenüber Feinden zur Wehr, indem sie ihren Hinterleib unten zwischen den Beinen nach vorn biegen und ihr Gift (das vor allem aus der bekannten Ameisensäure besteht) versprühen. Das Volk enthält, anders als bei der Kleinen oder Kahlrückigen Waldameise (Formica polyctena) nur eine Königin. Die Nestgründung erfolgt, wie bei der Glänzendschwarzen Holzameise, in Abhängigkeit von einer Hilfsameise. Die begattete Jungkönigin der Roten Waldameise dringt hierzu in ein Nest der etwas kleineren Art Formica fusca ein, tötet die Königin und läßt von den Arbeiterinnen ihre erste Brut aufziehen.



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Zuletzt aktualisiert am 29.04.2012 von Bernhard Steibl