Waldlehrpfad "Auwäldchen"

in Eichstätt im Naturpark Altmühltal



"Ameisenbaum"

Dieser Baum beherbergt ein ganzes Heer von glänzend-schwarzen Holzameisen. Die Ameisen haben das Innere des hohlen Stammes mit ihrem schwarzen "Kartonnest" ausgefüllt. Das Nest setzt sich aus Holzfasern, Erdklumpen und Pilzmyzel zusammen, "Honigtau" verklebt es zu einer festen Masse. Ameisen ernähren sich neben kleinerer tierischer Beute auch von den Zuckerausscheidungen pflanzensaugender Insekten, wie z. B. der Blattläuse. Als Gegenleistung beschützen sie die Läuse vor Feinden.

In ähnlichen Nestern, die aus einer Vielzahl von im Holz angelegten Gängen bestehen, lebt eine andere Art: die Roßameise.

Die mächtigen, kuppelförmigen Ameisenhügel aus Nadeln, Zweigstücken und Halmen sind das Königreich der Roten Waldameise. Diese Ameisenart ist für das Gleichgewicht der Lebensgemeinschaft Wald ganz besonders wichtig: ca. 70 verschiedene Käferarten leben bei ihr zur Untermiete, Pflanzenarten wie z. B. der Ehrenpreis und das Veilchen sind auf die Verbreitung ihrer Samen durch die Rote Waldameise angewiesen.

Die Waldameisen dezimieren unzählige Schadinsekten, sind somit "biologische Schädlingsbekämpfungsmittel", aber auch Nahrung für viele andere Tiere, wie Specht und Dachs, und spielen eine bedeutende Rolle im Ökosystem Wald. Wo sie fehlen, werden sie von Förstern angesiedelt und mit Drahtnetzen geschützt. Das Forstamt Eichstätt nimmt sich der Ameisenpflege seit 2 Jahrzehnten in besonderer Weise an. In Bayern wurden bisher ca. 30 verschiedene Ameisenarten nachgewiesen.



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Zuletzt aktualisiert am 03.12.2011 von Bernhard Steibl