Logo Naturpark Altmühltal

Informationszentrum "Naturpark Altmühltal"

in Eichstätt im Naturpark Altmühltal


Der Biotop-Garten

Der Biotop-Garten ist eine Erweiterung der Ausstellungen in die Natur hinaus. Tages- und Jahreszeiten erleben, den Duft der Blüten atmen und das Zirpen der Grillen hören: Das kann nur der unmittelbare Kontakt zur Natur vermitteln. Deshalb wurden in diesem Garten 1988 die wichtigsten, landschaftsprägenden Naturlebensräume angelegt. Seitdem haben sich die Biotope weiterentwickelt. Einige Arten sind wieder verschwunden, neue Arten hinzu gekommen.
An den Biotop-Garten dürfen nicht die Maßstäbe eines Haus- oder Nutzgartens angelegt werden, denn er ist ein Stück Natur. Diese kennt keine rechteckigen Beete. Auch das Sauberkeits- und Ordnugsdenken des Menschen ist der Natur fremd: Sie hat ihre eigene, seit Jahrmillionen gültige Ordnung und Ästhetik.
Genießen Sie dieses Stück Natur. Bitte lassen Sie die Pflanzen stehen und bleiben Sie auf den Wegen. Die Pflanzen und Tiere, die hier leben, danken es Ihnen.


Plattenkalkhalde

Die Halden sind ein Bestandteil unserer Landschaft. Überläßt man sie der Natur, begrünen sie sich von selbst. Sie werden zuerst von Pionierplanzen der Felsgrusgesellschaften und Felsbandfluren besiedelt. Über wechselnde Pflanzengesellschaften geht die Entwicklung im Laufe der Jahre bis hin zu einer lockeren Bewaldung.
Plattenkalkhalden in den verschiedenen Stadien der natürlichen Sukzession (Wiederbesiedelung durch Pflanzen) finden wir nördlich von Eichstätt beim Hobbysteinbruch auf dem Blumenberg, bei Schernfeld, Wintershof, Mörnsheim und Solnhofen.


Ödland / Ruderalflora

Vom Menschen geschaffene Ödlandflächen bieten zahlreichen Pfanzenarten und den von ihnen abhängigen Tierarten Lebensraum. "Ödland" - Biotope sind Wege, Plätze, Straßenränder, Mauern, Bahndämme und Mauersäume. Für viele Arten bieten in unserer intensiv genutzten Landschaft Ödflächen die letzen Zufluchtsorte.
Kleine Ruderal- oder "Ödflächen" finden wir in und um die menschlichen Siedlungen, auf Schuttplätzen, entlang von Straßen, Wegen und Bahnanlagen.


Kalktrockenrasen

Trocken- und Halbtrockenrasen sind ein Lebensraum aus Menschenhand. Sie sind das Ergebnis von Waldrodung und anschließender regelmäßiger Schafbeweidung.
Die Pflanzen- und Tierarten wanderten in diese neuen Lebensräume von den angrenzenden, von Natur aus nicht bewaldeten Felsköpfen und Steinschlagfluren ein.
Kalktrockenrasen prägen das Landschaftsbild des Naturparks. Entlang des Naturlehrpfades Obereichstätt erschließt sich dem Wanderer die Vielfalt ihrer Flora und Fauna.

    Blumen auf einem Trockenrasen bei Riedenburg im Altmühltal

Lehmhalde / Lehmgrube

Durch Haus- und Straßenbau oder das Abräumen von Steinbruchflächen entstandene Lehmhalden bilden den Lebensraum für Pionierpflanzen, z. B. den Huflattich. Wenige Pflanzenarten bilden oft dichte Bestände. Zu den Pionieren kommen laufend weitere Arten hinzu, so daß sich der Aspekt im Laufe der Zeit ändert.
Beim Hobbysteinbruch auf dem Blumenberg lassen sich verschieden alte Stadien dieses Pionierbiotops beobachten.


Sandgrube

Vom Menschen geschaffene Aufschlüsse wie Sand- und Kiesgruben oder Steinbrüche, die man nach dem Abbau sich selbst überläßt, entwickeln sich zu wichtigen Lebensräumen. Kreidesandgruben gehören im Altmühljura zu den wenigen Biotopen, auf denen die im Jura seltenen kalkmeidenden Pflanzenarten gedeihen können.
Kreidesandgruben finden wir in der Umgebung von Wellheim, Kalksandsteingruben (Bausand) in allen Teilen des Naturparks.


Felsen und Felsschutt

Lebensraum für Pflanzenarten, die sich die extremen Bedingungen (niedrige Humusdecke, Hitze, Trockenheit, Winterkälte ohne Schnee) angepaßte haben.
Auf diesen Standorten konnten sich Pflanzenarten aus den Alpen sowie aus Süd- und Südosteuropa, die während der Eiszeit eingewandert waren, jahrtausendelang halten.
Große Kalk- und Dolomitfelsen prägen das Bild des Naturparkes. Bei Eßlingen erhebt sich die Felsformation der "Zwölf Apostel". An deren Fuß lagern durch die Verwitterung verursachte Felsschutthalden.


Buchenwaldrand

Unter den heutigen Klimabedingungen ist Buchenwald die natürliche Waldbedeckung der Altmühlalb.
Die Krautschicht des Buchenwaldes wird fast ausschließlich von Frühlingsblühern beherrscht. Diese Pflanzen mit unterirdischen Überwinterungsorganen schließen ihren Entwicklungszyklus früh im Jahr ab, bevor die Buchen sich belauben.
Naturnahe Buchenwälder kann man in Obereichstätt am Naturlehrpfad und im Naturwaldreservat Beixenhart im Wellheimer Trockental bewundern.


Natur für alle Sinne

Dieser Gartenteil wurde 1999/2000 angelegt und ist besonders dem sinnlichen Naturerleben gewidmet. Auf den zwei mit Trockenmauern aus Jurakalkstein gefaßten Hochbeeten sind Pflanzen zum Tasten, Fühlen, Riechen und Schmecken angepflanzt. Damit wurde ein Natur-Erlebnis-Bereich für Kinder und Erwachsene, für Sehende, Sehbehinderte und Blinde geschaffen.
Die Knappen Beschriftungen sind in Druckschrift und in Punktschrift (Braille) angebracht, um Sehenden und Nichtsehenden die nötigen Informationen zu geben.
Hier stehen Sträucher, Stauden und einjährige Pflanzen mit verschiedenen Duftnoten, Blütenfarben- und Blattformen. Von Ostern bis Ende Oktober können in diesem Garten der Sinne blühende und nicht blühende Pflanzen angesehen, erschnuppert und ertastet werden. Zusätzliche Erlebnis-Elemente sind verschiedene Steine, Baumrinden und Früchte.


Hecke

Hecken sind durch die jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung der umgebenden Flächen entstanden. Als landschaftsprägende Elemente beleben sie die Kulturlandschaft.
Zahlreiche Tierarten bieten sie Nahrung, Unterschlupf, Brutplätze und Überwinterungsquartiere.
Die Hecken des Altmühljuras werden aus rund 20 Arten von Sträuchern aufgebaut.
Schöne Heckenzeilen beleben die Landschaft bei Schönfeld und bei Arnsberg.


Totholz im Naturpark Altmühltal bei Kelheim    

Feldrain

Feldraine und Hecken sind wichtige Verbindungselemente zwischen den einzelnen Biotopen in der Landschaft. Isoliert gelegene Biotope verarmen allmählich. Nur mit einem vernetzten System von Lebensräumen haben die meisten Tiere und Pflanzen eine Überlebenschance in der Kulturlandschaft.
Feldraine sind selten geworden. Man findet nur noch schmale Raine an Feldwegen oder zwischen Feldern und Straßen.


Totholz

Totes Holz fällt oft einem übertriebenen Sinn für Ordnung und Sauberkeit zum Opfer.
Eine Vielzahl von Tierarten ist jedoch auf abgestorbenes Holz angewiesen. Holzbewohnende Bienen, Wespen und Käfer sind für ihre Fortpflanzung von einem ausreichenden Angebot von totem, nicht mit Gift belastetem Holz abhängig. Es ist deshalb wichtig, abgestorbenes Holz im Wald zu belassen.
Im Naturpark-Reservat Beixenhart im Wellheimer Trockental überläßt die Staatsforstverwaltung den Wald aus Forschungs- und Naturschutzgründen der Natur. Dort kann man den Lebensraum Totholz studieren.


Lebender Zaun / Weiden-Flechtzaun

Hecken und lebende Zäune sind die natürlichste und schönste Form der Abgrenzung von Grundstücken. Wegen ihrer Schnellwüchsigkeit und Biegsamkeit eignen sich Weiden sehr gut für lebende Zäune. Ihre biegsamen Zweige lassen sich gut miteinander verflechten und ergeben schnell einen guten Sichtschutz. Auch nach dem Vermorschen der Stützpfähle hat man einen stabilen Zaun. Weiden wachsen sehr dicht und vertragen einen kräftigen Rückschnitt. Neben Weiden sind auch Liguster und Hainbuche für die Anlage schmaler lebender Zäune geeignet.


Weiher

Größere stehende Gewässer gehören zu den wertvollsten und artenreichsten Lebensräumen unserer Landschaft
Intakte Weiher und Seen zeichnen sich durch eine ausgeprägte Zonierung der Pflanzengesellschaften aus. Die Seggenzone am Ufer geht über in eine Röhrichtzone. An dieser schließen sich die Bereiche der Schwimmblatt-Pflanzen und Tauchblatt-Pflanzen an.
Naturnahe Weiher liegen am Feuchtgebietslehrpfad Pfünz und am Radwanderweg Urdonautal im Abschnitt Wellheim-Waldau.


Magerwiese

Wiesen auf nährstoffarmen Standorten beherbergen zahlreiche, oft recht attraktiv blühende Pflanzenarten. Sie sind ein Paradies für Schmetterlinge, Käfer und Bienen. In unserer ausgeräumten Kulturlandschaft sind sie eine gute Alternative zum ökologisch minderwertigen "Englischen Rasen".
Reichblühende Magerwiesen sind auf landwirtschaftlichen Flächen selten geworden und nur noch in steilen, schlecht zu bewirtschaftenden Lagen, z. B. bei Dollnstein oder Arnsberg anzutreffen. Zunehmend werden sie in naturnahen Hausgärten angelegt.



Informationszentrum
Naturpark Altmühltal
Notre Dame 1
85072 Eichstätt
Tel.Nr.: 08421/98760
Tel.Nr.: 08421/987654



zurück zur Homepage des Informationszentrums Naturpark Altmühltal in Eichstätt


Altmühltal Personenschiffahrt GmbH Für Altmühltal und Prospektanforderungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert am 29.04.2012 von Bernhard Steibl