| Bereits ein Vorgänger von Gemmingens, Fürstbischof Martin von Schaumberg (1523-1590) ließ "newe Gärten, Lust- und Sommerhäuser hinter dem Schloß" (Laurentius Eyszeph, 1590) anlegen. Von Gemmingen erweiterte diese Anlage unter Leitung des Arztes und Botanikers Joachim Camerarius (1534-1598) der viele Pflanzen aus seinem eigenen Garten bei Nürnberg nach Eichstätt brachte. Nach dem frühen Tod Camerarius übernahm der Nürnberger Apotheker Basilius Besler (1561-1629) die Umgestaltungsarbeiten. Der Garten entsprach dem wissenschaftlichen botanischem Interesse des Fürstbischofs, diente aber auch dessen repräsentativer Selbstdarstellung. Auf unterschiedlichen Geländeniveaus um das Schloß herum entstand der Hortus Eystettensis mit acht einzelnen Gartenbereichen. Für die damalige Zeit enthielt der Garten sehr viele Pflanzenraritäten, z. B. Tulpen, Hyazinthen und Kaiserkronen. Über die genaue Lage und Ausgestaltung der Gartenanlage weiß man nur wenig. Pläne oder Ansichten des Gartens aus dieser Zeit sind bisher nicht bekannt. Lediglich die Beschreibung des Gartens in dem Reisebericht des Kunsthändlers Philipp Hainhofers aus dem Jahr 1611 vermittelt den Eindruck einer aufwendig gestalteten und bepflanzten Anlage. Ein letztes Zeugnis des Hortus Eystettensis - ein steinener Pergolapfeiler - ist als Dauerleihgabe des Bayerischen Nationalmuseums im Gemmingen-Hof zu bewundern. |
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Die Initiative und Planung Angeregt durch die Veröffentlichung eines Faksimiles des prächtigen Kupferstichwerks Hortus Eystettensis hatte der Leiter der Schloß- und Gartenverwaltung Ansbach, Bernd Ringholz, schließlich die Idee, die im Buch dargestellte Pflanzenwelt durch einen Informationsgarten wieder zum Leben zu erwecken. Das Motiv des aufgeklappten Buches zeigt sich im Grundriß des Gartens und ist aus der Vogelperspektive sichtbar. Die Hauptachse liegt quer zur West-Ost-Ausrichtung des Gartens und soll den Bund des aufgeklappten Buches darstellen. |
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